Der Systemrivale

China könnte im globalen Währungskrieg die Golddeckung wieder einführen. Das ist eine existenzbedrohende Kampfansage an die ungedeckten Papierwährungen Dollar und Euro. Österreich muss seine Goldbestände sofort aufstocken.

China nimmt immer größeren Einfluss auf den weltweiten Goldkurs. Die Zentralbank in Peking deckt sich demonstrativ mit dem Edelmetall ein. Chinesische Firmen sind in den letzten Wochen dazu übergegangen, in großem Stil Goldminen aufzukaufen. Zugleich stößt China US-Staatsanleihen ab. Es besteht kein Zweifel: China plant die Einführung des Goldstandards. Aus dem Handelskrieg mit den USA wird ein globaler Währungskrieg.

Dollar und Euro sind reine Papierwährungen. Sie sind „bedrucktes Buntpapier“, das sich beliebig vermehren lässt. Eine neue chinesische Welt-Reservewährung, die zum Teil wieder Golddeckung hat, wäre eine existenzbedrohende Kampfansage!

Im Unterschied zum Dollar – hinter dem eine wirtschaftliche und militärische Supermacht steht – hält der Euro einem Währungskrieg nicht stand. 12 Jahre Dauerrettung haben Spuren hinterlassen. Die europäische Zentralbank (EZB) ist zum Bankomaten der Euro-Krisenländer verkommen. Das Vertrauen der Anleger in den Euro sinkt nahezu täglich.Ein jetzt aufflammender Währungskrieg mit China würde die EU im ungünstigsten Moment treffen. Denn in der Corona-Krise wurde erneut die Gelddruckmaschine angeworfen. Die EZB kauft um 1,5 Billionen Euro Anleihen von Krisenländern. „Gelddrucken gegen das Virus?“, spottete die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und tatsächlich: Hinter dem frisch gedruckten Geld stehen keine neuen Güter oder Werte. Der Euro wird einfach nur verwässert. Er wird wertlos. Das nennt man  Inflation! So führt man keinen Währungskrieg.

Man darf sich hinsichtlich der Pläne Chinas keinen falschen Illusionen hingeben. Der Westen dachte immer, dass die kommunistische Diktatur mit steigendem Wohlstandsniveau liberaler – „westlicher“ – würde. Das Gegenteil ist der Fall. Tibet, Hongkong, Taiwan: Chinas kommunistische Partei sitzt fester im Sattel denn je. Sie erschafft einen noch nie da gewesenen  Überwachungsstaat mit Gedankenlesegeräten, Gesichtsscannern und brutalen Repressionen gegen Andersdenkende. Außenpolitisch tritt das Land als unerbittliche Hegemonialmacht auf – ganz im Stil des 19. Jahrhunderts.

In einem internen Strategiepapier stellte die EU-Kommission fest, dass China nicht nur Partner, sondern auch „wirtschaftlicher Konkurrent“ und „Systemrivale“ sei, der „alternative Modelle der Regierungsführung propagiere“. Das ist sehr vornehm ausgedrückt. Frankreichs Präsident Macron sagte es drastischer: Er forderte ein „Ende der europäischen Naivität“ und eine gemeinsame Strategie gegen Rotchina.

Die EU wird lernen müssen, den Euro zu verteidigen – sowohl im Äußeren (etwa gegen China) als auch im Inneren (gegen Krisenländer). Bei Einführung des Goldstandards käme es zu einer Spaltung des Weltwährungs-Systems. Eine große, nicht zu stoppende Inflation in der Euro-Zone wäre die Folge. Was auch immer geschieht – Österreich muss das Staatsgold zurückholen. 84% lagern im Ausland. Wir müssen unsere Goldbestände durch Zukäufe aufstocken. Österreichs Regierung muss für den „Tag X“ gerüstet sein, denn wie sagte Voltaire: „Früher oder später kehrt Papiergeld zu seinem inneren Wert zurück – Null“.

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