„Ich gendere nicht“

Meine Kolumne vom vergangenen Sonntag mit dem Titel „Gendern abgelehnt!“ hat enorme Leserreaktionen ausgelöst. Es ist erschütternd, wie eine Minderheit selbsternannter „Sprachpolizisten“ die Mehrheit gängelt. 

Die Reaktionen auf die „Offen gesagt“- Kolumne über die Gendersprache waren gewaltig. Erschütternd war der Hilferuf einer jungen Studentin an einer österreichischen Hochschule. Hier Auszüge aus Leserbriefen: „In meinem Studium gibt es Richtlinien dafür, dass man gendern muss, sonst wird man schlechter bewertet. Auch mündlich wird man verbessert. Ich wurde von einer Dozentin gemobbt und als homophob dargestellt, weil ich nicht gendern wollte. Es geht nur noch um das Gendern, Kursinhalte werden verdrängt. Alles ist sehr unprofessionell. Viele Dozenten sagen bereits alles nur mehr in weiblicher Form! Ich werde mit „lieb* Lena“ angeschrieben. Ich werde täglich mit diesem Thema konfrontiert, sodass es mich mittlerweile stark belastet.“

Eine andere Leserreaktion lautet: „Zum Gendern: Sie haben mir aus dem Herzen geschrieben! Die Deutsche Sprache wird vergewaltigt und fürchterlich verhunzt. Bitte um Hilfe des Herausgebers der Krone. Es sollte groß angelegte Informationen geben, wo das Anti-gendern-Volksbegehren unterschrieben werden kann. Wir sollten alles tun, dass hier eine Änderung stattfindet. Ich gehöre noch der sogenannten „alten“ Garde an, aber bei Vorträgern vor Jugendlichen sage ich immer vorweg: „Ich gendere nicht – ich ersuche um Verständnis“. Danach kommt es jedes Mal zu stürmischem Applaus.“

Ein Leser schreibt: „Für mich werden ORF- Nachrichten durch das Gendern zur Folter. Ich lehne es auch ab, gegenderte Texte zu lesen.“

Eine Lesermeinung lautet: „Sie sprechen mir aus der Seele, aber nicht nur mir, sondern meinem gesamten Bekanntenkreis. Bisher ist mir keine Frau untergekommen, welche die Gendersprache befürwortet.  Ich dachte wir leben in einer Demokratie! Wie kann eine absolute Mehrheit in Österreich – die es sicherlich gibt – verpflichtet werden, im ORF, in den Medien usw. sich diesen Unsinn gefallen zu lassen. Durch das Gendern wird in keiner Weise die Gleichberechtigung der Frauen gefördert; es bewirkt eher das Gegenteil.“

Ein Leser schreibt: „Über Ihren heutigen Beitrag „Gendern abgelehnt“ habe ich mich sehr gefreut. Als Sprachwissenschaftler habe auch ich schon einige Beiträge gegen das Gendern in wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften geschrieben, auch gegen einige Auswüchse politischer Korrektheit“.

Im Klartext: Gendern ist nicht nur überflüssig, sondern in bestimmten Konstellationen wohl auch rechtswidrig. Denn laut Art 8 der Bundesverfassung ist unsere Amtssprache deutsch und der sind Binnen-I, Gender-Schrägstriche, Gender-Unterstriche, Gender-Sternchen, X-Gender und Sprechpausen im Wort fremd. Kein Bürger kann gezwungen sein, die Phantasiesprache selbsternannter „Sprachpolizisten“ zu verwenden. Moderatoren des staatlichen Rundfunks, die Stadtverwaltung und Universitäten haben sich an die amtlichen Regeln der deutschen Sprache zu halten. Claudia Wirz schreibt hierzu in der Neuen Zürcher Zeitung: „Etwas mehr ziviler Ungehorsam gegenüber den gröbsten Auswüchsen des amtlichen Tugenddiktats könnte nicht schaden.“

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