Das Ende einer Illusion

„Europa braucht Massenzuwanderung, weil die Bevölkerung sonst überaltert.“. Diesen Stehsatz hört man von Politikern immer wieder. Doch eine langfristige Studie der international hochrenommierten „London School of Economics“ beweist das Gegenteil: Die Gesellschaft wird durch Massenzuwanderung nicht jünger.

In fast allen politischen Diskussionen wird die Massenzuwanderung nach Europa damit gerechtfertigt, dass sie das Problem der Überalterung unserer Gesellschaft löse. Das ist falsch  und wissenschaftlich nicht haltbar. Unsere Gesellschaft wird durch Massenzuwanderung nicht jünger, sondern sie wächst bloß. Wer also denkt, seine Pension wäre durch Migranten gesichert, irrt gewaltig. Es gibt am Ende zwar mehr Menschen im Land, aber der Anteil von Jungen und Alten – oder Arbeitstätigen und Nichtarbeitstätigen – bleibt ziemlich gleich. Die negativen Effekte der Überalterung wie die völlige Unfinanzierbarkeit unseres Sozialsystems, vor allem der Pensions- und Krankenkassen oder sinkende Steuereinnahmen kann und wird die Massenzuwanderung nach Europa nicht lösen.

Das sollte man sich lieber rasch vor Augen halten: 2015 waren bereits 85% des Bevölkerungszuwachses in der EU auf Zuwanderung zurückzuführen. Die politische Doktrin, dadurch das demografische Problem Europas zu beseitigen, ist ein reines Sozial-Märchen und damit Vogel-Strauß-Politik auf Kosten künftiger Generationen.

Zu dem Ergebnis kommt übrigens die in Sozialwissenschaften weltweit führende Universität „London School of Economics“. In einer Studie mit einem Beobachtungszeitraum von fast 160 Jahren konnte sie am Rekord-Einwanderungsland England nachweisen, dass die Gesellschaft durch Zuwanderung nicht automatisch jünger wird. Sie wächst, ohne dass dies den Altersschnitt senkt.

Die rasante Alterung gefährdet Europa weit mehr als die Schuldenkrise. In der EU ist der Staatsanteil an der Wirtschaft mit 50% weit höher als in den USA, der Schweiz oder Japan. Der Grund sind die teuren Sozialsysteme, die jedes Jahr noch mehr Wirtschaftsleistung beanspruchen. Äußerst gefährdet sind Italien, Griechenland, Portugal, besonders aber Deutschland.

Wir leben nicht in einem Entwicklungsland. Wir benötigen zum Erhalt der Sozialsysteme nicht ständig noch mehr Bevölkerungswachstum, sondern die stärkere Technisierung und höhere Produktivität pro Arbeitsplatz.

Was damit gemeint ist, drückt eine alte Berliner Anekdote treffend aus:
In der Innenstadt wird mit einem Bagger eine Baugrube ausgehoben. Ein Gewerkschaftsführer sieht das. Er stapft durch den Schlamm zum Baggerfahrer und beschwert sich: „Sie sind asozial. Diese Arbeit könnten auch 100 Männer mit Schaufeln machen.“ Da brüllt der Baggerfahrer zurück: „Ja, warum nicht gleich 1000 Männer mit Teelöffeln?“