Die neue Wirklichkeit

In der EU schreitet die Abschaffung des Bargeldes unaufhaltsam voran. Italien hat die Verbotsschwelle für Barzahlungen von 3.000 auf 2.000 Euro gesenkt. Ab 2022 sollen überhaupt nur mehr Bargeschäfte bis 1.000 Euro erlaubt sein. Covid-19 wirkt als Brandbeschleuniger.

Dr. Norbert Häring, Geldexperte des renommierten deutschen „Handelsblattes“, schreibt in seinem Artikel „Es geht mit Riesenschritten voran: Bis zur nächsten Krise ist das Bargeld abgeschafft“ Folgendes: „Die globalen Eliten arbeiten daran, ihre Kontrolle über das Geldsystem zu perfektionieren. Das Ziel: Kommt der nächste großen Crash, sollen die Bürger dafür zahlen.“

Und tatsächlich: Der „Krieg gegen das Bargeld“ – „the war on cash“ wie es US-Star-Ökonom Joseph Salerno formuliert – geht in die nächste Runde. Wir stehen am Beginn einer weltweiten Krise. Covid-19 ist der Brandbeschleuniger.Der globale Schuldenberg lag schon vor Auftreten der Pandemie beim Dreifachen der Weltwirtschaftsleistung. Gerade die Eurozone ist extrem gefährdet. Staaten, Zentralbanken und Finanz-Eliten wollen daher den Schnellzugriff auf unser Sparvermögen. Nur in einer bargeldlosen Welt können sie uns zum Konsum zwingen, über Nacht enteignen und unsere Ersparnisse in leere Pensions- und Staatskassen umleiten.

Die Schlinge um uns wird immer enger gezogen. Ein EU-Land nach dem anderen schafft das Bargeld in einer Art „Salami-Taktik“ ab. Es ist ein konzertiertes schrittweises Abschaffen, um die Bürger an die „neue Wirklichkeit“ zu gewöhnen. In Schweden ist es mittlerweile faktisch unmöglich, bar zu bezahlen. In Frankreich sind Bargeschäfte über 1.000 Euro verboten. Goldverkäufe, Barbehebungen vom eigenen Konto und das Wechseln von Euro in Fremdwährungen werden den Behörden gemeldet. In Griechenland liegt die Höchstgrenze für Barzahlungen bei 500 Euro. In Portugal gilt eine Verbotsschwelle 1.000 Euro. In Spanien und Belgien  liegt diese bei 2.500 bis 3.000 Euro.

Flankiert wird die Bargeldabschaffung von der der Europäischen Zentralbank. EZB-Chefin Lagarde fordert: „Alle Bürger sollen in Zukunft statt Bargeld nur noch digitales Zentralbankgeld nutzen.“ Die mit EU-Geldern gerettete italienische Regierung nimmt den Ball dankbar auf und senkt die Grenze für Bargeschäfte von 3.000 Euro auf 2.000 Euro. Ab 2022 wird die Schwelle auf 1.000 Euro noch einmal deutlich herabgesetzt. Zahlungen, die darüber liegen, dürfen künftig nur mehr digital geleistet werden.

Wir erleben das Ende des Geldes als privates Eigentum. Zentralbanken und Regierungen wollen die totale Kontrolle über die Finanzströme. Den Bürgern verkauft man den „Krieg gegen das Bargeld“ als „Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terrorismus“. Denn viele sind aufgrund der wachsenden Terrorgefahr verängstigt und bereit, ihre Grund- und Freiheitsrechte für ein wenig mehr Sicherheit zu opfern. Der Preis scheint hoch. Mit allen Kontobewegungen sind nicht nur Kriminelle, sondern wir alle weltweit überwachbar und manipulierbar. Der psychotische Albtraum des totalüberwachten, gläsernen Menschen könnte schon bald unsere neue Wirklichkeit sein.

Deshalb sei all jenen, die ihre Freiheit für ein wenig mehr Sicherheit opfern wollen, ein Satz Benjamin Franklins in Erinnerung gerufen: „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren“.

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