Europas Weg in den Selbstmord

Die EU mischt sich jetzt in den Syrien-Krieg ein. Und zwar wegen eines angeblichen Giftgas-Angriffes, der vermutlich nie stattgefunden hat. Die EU-Außenbeauftragte Federica Moherini fordert in einem außenpolitischen Amoklauf öffentlich den Sturz von Präsident Assad und droht Russland. Das ist Europas Weg in den Selbstmord.  

Am 7. April meldeten Aktivisten der Organisation „Weißhelme“ eine mutmaßliche Giftgas-Attacke in einer syrischen Kleinstadt. Es ist mehr als zweifelhaft, dass dieser Angriff überhaupt stattgefunden hat: Denn die „Weißhelme“ sind eine vom britischen Geheimdienst gegründete und mit Radikal-Islamisten sympathisierende Truppe. Wie Prof. Günter Meyer, Leiter des „Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt“ an der Universität Mainz, sagt, ist es „Hauptziel der Weißhelme, solche Dinge zu inszenieren und propagandistisch gegen das Assad-Regime einzusetzen.“

Präsident Assad, der über starken Rückhalt in der Bevölkerung verfügt und den Großteil seines Staatsgebietes wieder fest in der Hand hält, hätte überhaupt keinen Grund gehabt, aus heiterem Himmel 40 Zivilisten ausgerechnet mit Giftgas zu töten und damit einen Militärschlag der Westmächte zu provozieren. Wie auch immer: Die völlig unbewiesene Behauptung der „Weißhelme“ lieferte den USA, Großbritannien und Frankreich den willkommenen Grund, das von Russland unterstütze Syrien mit mehr als 100 Marschflugkörpern zu bombardieren.

Für Europa ist das brandgefährlich – und zwar aus folgendem Grund: Assad führt einen brutalen Krieg gegen seine Feinde im eigenen Land. Daran besteht kein Zweifel. Aber seine Feinde sind keine „Rebellen“ – zumindest nicht im klassischen Sinn – und am Allerwenigsten sind sie „Demokraten“. Es sind radikale Islamisten und IS-Anhänger, die aus ganz  Syrien ein „Islamisches Emirat“ machen wollen. Die Westmächte unterstützen diese Gruppen, weil sie fürchten, dass unter Präsident Assad der Einfluss der Russen in Syrien zu groß werden könnte. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman bestätigte dies vor drei Wochen in einem Interview mit der Washington Post: „Es gibt die Forderung unserer Verbündeten (Westmächte) , dass wir uns für die Schaffung von Koranschulen, Moscheen und für die Propaganda des Wahhabismus (= radikalste Form des Islamismus) in der islamischen Welt engagieren und dafür unsere finanziellen Mittel einsetzen…um die Sowjetunion (jetzt: Russland) daran zu hindern, ihren Einfluss in der islamischen Welt zu stabilisieren.“

Mit einem Wort: Um den Einfluss der Russen in der Region zurückzudrängen, nimmt der Westen den Sturz von Assad und die Machtergreifung durch radikale Islamisten in Kauf. Dieser gefährlichen Politik hat sich nun auch die EU-Außenbeauftragte Mogherini verschrieben. Sie fordert öffentlich den Sturz Assads und warnt Russland vor Interventionen in der Region. Frau Mogherini ist offensichtlich ahnungslos oder dumm – oder beides: Denn nach Assads Sturz kommt es sofort zur Machtergreifung durch den IS (und einem Massaker an bis zu 2 Millionen Christen). Für die EU bedeutet das immense Terror-Gefahr und gewaltige Flüchtlingsströme. Den USA ist das egal, denn das Flüchtlings-Chaos traf ja schon bisher nur die dummen Europäer.

Syrien droht das Schicksal Libyens. Dessen ermordeter Machthaber Gaddafi hatte der EU schon 2011 prophezeit: „Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt,…wird sich folgendes ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten.“

Artikel Krone Bunt

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