Bauwahnsinn

20 Fußballfelder! Jeden Tag wird in Österreich eine Fläche von 20 Fußballfeldern verbaut. Wir sind Europameister im Zerstören und Zubetonieren fruchtbarer Böden. Es ist an der Zeit, den Bauwahnsinn zu stoppen!

Die Zahlen sind erschreckend: Jedes Jahr wird in Österreich eine Fläche so groß wie die Stadt Salzburg zugepflastert. Jeden Tag werden Wälder, Wiesen und Äcker in der Größe von 20 Fußballfeldern dem Bau von Straßen, Parkplätzen, Gewerbezentren und Siedlungen geopfert. Die verbauten Naturräume sind für immer verloren. Auf unseren fruchtbarsten Böden entstehen Speckgürtel und künstliche Städte, die an Scheußlichkeit kaum zu überbieten sind.

Die Gier nach Bauland ist gewaltig und völlig ungehemmt. Wir haben die höchste Supermarktfläche pro Kopf in Europa! Wir haben eines der dichtesten Verkehrsnetze! Die Straßenlänge erreicht den internationalen Spitzenwert von 15 Metern pro Kopf (in Deutschland sind es gerade einmal 8 Meter).

Die ökologischen Folgen des Bauwahnsinns spüren wir bereits: Der Klimawandel sorgt für Hitzewellen und Starkregen. Die versiegelten Böden können kein Wasser und keinen Staub aufnehmen. Es kommt zu Überschwemmung, Hochwasser und Hitzeanstieg.  70% der Tiere und Pflanzen sind seit 1986 verschwunden. Von den Folgen zerschnittener Landschaften für den Tourismus ganz zu schweigen. Hinzu tritt der „Bundes-Finanzausgleich“, dessen falsches Motto lautet: „Je mehr Einwohner, desto mehr Geld erhält die Gemeinde vom Bund.“

Der parasitäre Flächenfraß hat dazu geführt, dass wir uns selbst nicht mehr mit Nahrung versorgen können. Wir sind nicht autark. Die Versorgungssicherheit der Bürger im Notfall ist nicht mehr gewährleistet. Was das bedeutet, hat die Corona-Krise gezeigt. Zur Erinnerung: Die deutsche Regierung blockierte die Ausfuhr dringend benötigter medizinischer Schutzausrüstung nach Österreich. In überlebenswichtigen Bereichen verhängte ein EU-Land nach dem anderen Exportverbote gegen alle anderen EU-Länder. Von europäischer Solidarität war in der Corona-Krise erst wieder die Rede, als die eigene Versorgung mit Schutzanzügen und Beatmungsgeräten abgeschlossen war. Die Lehre daraus ist, dass wir uns im Notfall selbst versorgen müssen.

Wir brauchen einen nationalen Aktionsplan zum Schutz unseres Bodens. Die Maßnahmen lauten:

  • Bauverbot in Naturräumen und auf landwirtschaftlichen Flächen;
  • Gemeinden erhalten nur Geld vom Bund, wenn sie Boden sparen – ihnen wird die Raumordnung entzogen;
  • Förderungen für die Nutzung leerstehender Objekte;
  • Direkte Demokratie: zwingende Mitsprache der Bürger bei Umwidmungen und Großprojekten.

Die direkte Demokratie ist entscheidend. Ohne Bürgerbeteiligung hätte Österreich bereits drei Atomkraftwerke und im Waldviertel ein Endlager für radioaktiven Müll.

Nobelpreisträger Konrad Lorenz bezeichnete die Verwüstung unseres Lebensraumes als Todsünde: „Woher soll dem heranwachsenden Menschen Ehrfurcht vor irgendetwas kommen, wenn alles, was er um sich sieht, Menschenwerk, und zwar sehr billiges und hässliches Menschenwerk ist?“

 

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