„Das Problem sind wir“

Die Zahl der Migranten und Flüchtlinge im zentralen Mittelmeer Richtung EU steigt rasant an. Ein Großteil kommt aus Afrika. Es ist an der Zeit, eine der wichtigsten Fluchtursachen zu bekämpfen: die Überbevölkerung.

Im afrikanischen Niger liegt die durchschnittliche Geburtenrate bei sieben Kindern pro Frau. Laut den Vereinten Nationen wird die Bevölkerung Sambias bis zum Ende des Jahrhunderts um 940 % wachsen; diejenige Somalias um 660 %. Allein in Nigeria kommen jedes Jahr mehr Kinder auf die Welt als in ganz Europa. Würde Österreichs Bevölkerung so rasant wachsen wie diejenige Sambias, dann hätte unser Land im Jahr 2100 rund 83 Millionen Einwohner.

Mit einem Wort: In Afrika explodiert die Bevölkerungszahl. Alle hundert Tage gibt es dort um sieben Millionen mehr Menschen. Zur Veranschaulichung: Würde die EU eine Million Afrikaner aufnehmen, dann gleicht das der Bevölkerungsüberschuss in 14 Tagen wieder aus. Das Problem heißt Überbevölkerung.

Es gibt kaum Chancen, so viele Menschen zu ernähren oder in Jobs zu bringen. 80% der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent haben keine geregelte Arbeit. Bis zu zwei Drittel, also bis zu 790 Millionen Afrikaner wollen in die EU oder USA – ein großer Teil innerhalb der nächsten vier Jahre. Das zeigt eine Studie des renommierten PEW-Institutes, das in fünf von zehn subsaharischen Ländern Umfragen gemacht hat. Diese Fakten werden in Brüssel regelmäßig ignoriert. „Die EU handelt wie ein Installateur, der das Wasser bei einem Rohrbruch in der Wohnung verteilt, anstatt den Schaden zu beheben“, kritisierte Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy.

Und tatsächlich: Nach kurzem Abebben aufgrund der Corona-Pandemie schwillt die Zahl der Migranten und Flüchtlinge Richtung EU wieder massiv an. Die illegalen Grenzübertritte sind um 40% gegenüber April angestiegen. „Frontex“ erfasste auf der Strecke über das zentrale Mittelmeer von Jänner bis Mai dreimal so viele Fälle wie in der gleichen Periode 2019. Die Migranten und Flüchtlinge stammen zumeist aus Afrika und Bangladesch.

Die Bevölkerungsexplosion ist kein rein afrikanisches, sondern ein weltweites Problem. Es geht über Flucht, Massenmigration und Armut hinaus. 7,8 Milliarden Menschen – insbesondere Hunderte Millionen auf westlichem Wohlstandsniveau – verbrauchen so viele Ressourcen, dass bereits 2030 zwei Erden nötig wären. Verlust von Lebensraum, Überfischung der Meere, Plastikwahnsinn, Artensterben, Wasserknappheit, Luftverschmutzung, Erderhitzung und vieles mehr: Wo sind die dringend nötigen politischen Programme, wo ist die Völkergemeinschaft in dieser Frage?

Bestsellerautor Stephen Emmott brachte es in seinem Buch „10 Milliarden“ auf den Punkt: „Angenommen wir fänden morgen heraus, dass ein Asteroid auf die Erde zurast, der nach unseren Berechnungen am 3.12.2073 einschlagen und bei dieser Gelegenheit 70% allen Lebens auf der Erde vernichten wird. Ich denke, wir dürften davon ausgehen, dass weltweit alle Regierungen reagieren und den gesamten Planeten in einen Zustand hektischer Aktivität versetzen würden. Jeder Wissenschaftler und jede Ingenieurin, jede Universität, jedes Unternehmen würde mobilisiert…Nun, das ist genau die Situation, in der wir uns heute befinden, mit zwei kleinen, aber entscheidenden Unterschieden: Es gibt kein genaues Datum. Und es gibt keinen Asteroiden. Das Problem sind wir.“

 

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