Vive la France!

Frankreichs Premierminister hat allen Beamten verboten, „Gender-Schreibweisen“ zu verwenden. In der französischen Verwaltung gibt es ab sofort kein Binnen-I oder dergleichen mehr. Es ist höchste Zeit, dass unsere Regierung dasselbe Verbot ausspricht.

Wer kennt es nicht: das idiotische Binnen-I. Es macht aus Männern „MännerInnen“, aus einem Bärenhunger einen „BärInnenhunger“ und aus Karl Nehammer seit letzter Woche einen/eine ÖVP-GeneralsekretärIn.

Österreich ist das einzige Land Europas, in dem das Gendern in Schulbüchern zur Pflicht gemacht wurde. An heimischen Universitäten müssen alle Arbeiten „gendergerecht“ formuliert sein. Die Stadt Wien hat sogar einen „Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren“ herausgegeben. Wo es aber um sozial verwerfliches Verhalten geht, wird das Binnen-I seltsamerweise nicht verwendet – von MörderInnen, DiebInnen und SpekulantInnen liest man nie etwas. Und vor allem: Wie spricht man ein Binnen-I so, dass auch Männer sich angesprochen fühlen? Erst unlängst redete ein Gewerkschaftsfunktionär im ORF von „ArbeitnehmerInnen“ – also nur von Frauen. Er hätte auch von „Mitgliederinnen und Mitgliedern“ sprechen können, aber das wäre eine sexistische Diskriminierung aller Transsexuellen und sexuell Uneindeutigen der mittlerweile 58 verschiedenen Geschlechter gewesen.

Um diese Stolpersteinen wegzuräumen, macht man neuerdings aus „StudentInnen“ geschlechtsneutrale „Studierende“. Wie dämlich das ist, beweist die Todesanzeige: „Die Beisetzung des Studierenden findet im engsten Familienkreis statt.“ Auch ist ein Flüchtender etwas anderes als ein Flüchtling. Und „Der Fahrer von Sebastian Kurz“  ist eine Person, wohingegen „Ein Fahrender von Sebastian Kurz“ eher nach einem Verdauungsproblem des Kanzlers klingt. Es ist auch keiner Frau geholfen, wenn statt „Wehe dem, der lügt“ im Schulbuch „Wehe der/dem, die/der lügt.“ steht, oder Menschen sich nicht mehr „versöhnen“, sondern „vertöchtern“ und Studenten „StudirX“ heißen.

All das hat Frankreichs Premierminister erkannt. Er hat in Verwaltung und Schulen das Gendern verboten. Aus Gründen der „Verständlichkeit und Klarheit“ soll die geschlechterneutrale Schreibweise nicht mehr verwendet werden. Der Premier folgte damit dem Protest des „Verbandes der Blinden und Sehbehinderten“, der ein Ende des Genderns forderte. Die Schreibweisen brächten „eine unlesbare und unverständliche Sprache“ hervor, die für sehbehinderte „Bildschirmleser nahezu nicht zu dechiffrieren ist.“ Auch die „Académie française“, der die Pflege des Französischen obliegt, sieht im Gendern eine „tödliche Gefahr“ für die französische Sprache.

Auch unsere Regierung muss die Gender-Schreibweise untersagen. Deutsch ist eine der größten Sprachen der Welt. Es ist unsere Amtssprache. Selbsternannte Anti-Sexisten haben weder das Recht noch die Qualifikation, in die Sprache der Dichter und Denker einzugreifen und diese mit großem I, Schrägstrichen, Unterstrichen oder Sternchen ins Lächerliche zu verändern.

Wer Frauen wirklich einen Dienst erweisen will, soll endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit schaffen, und nicht – wie der französische Philosoph Alain Finkielkraut sagte – mit dem völlig stupiden Projekt des Genderns ein lächerliches Stottern in die Sprache bringen.

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