„Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen“

Es heißt zu Ostern, die Jünger hätten das Grab Jesu leer vorgefunden und zwei Engel mit leuchtend weißen Gewändern gesehen. In 80% aller Todesnähe-Erfahrungen kommt es derartigen Schilderungen: „Begegnung mit Verstorbenen und leuchtend weißem Licht“. Symbolisiert die Auferstehungsgeschichte ein kollektives Nahtoderlebnis?

Carl Gustav Jung – einer der bedeutendsten Tiefenpsychologen der Welt – erlitt einen Herzinfarkt. Er war klinisch tot und konnte wiederbelebt werden. Jung beschrieb das Erlebte: „Ich habe gespürt, wie ich schnell aufgestiegen bin zu einem Punkt weit oberhalb der Erde. Das, was jenseits des Todes sich ereignet, ist so unaussprechlich großartig, dass unsere Imagination und unser Gefühl nicht ausreichen, um es auch nur einigermaßen richtig aufzufassen.“

Der US-amerikanische Psychiater Dr. Raymond Moody dokumentierte über 1.000 Fallbeispiele von Menschen, die klinisch tot waren und wiederbelebt werden konnten. Die Schilderungen der Betroffenen gleichen einander: Tunnelerlebnisse, Lebensrückschau, Begegnung mit Verstorbenen, „Lichtwesen“. Das Grundmuster erinnert frappant an die Auferstehungsgeschichte. Symbolisiert die Bibel ein Nahtoderlebnis?

Neurobiologen halten Todesnähe-Erfahrungen für Halluzinationen. Es sei eine Reaktion des Gehirns auf extreme Bedingungen. Es sei ein Zustand schwerer Bewusstseinstrübung. Natürlich ist es denkbar, dass das Gehirn in Extremsituationen Tunnelerlebnisse, Lebensrückschauen und Lichtwesen halluziniert. Das erklärt aber nicht, weshalb Betroffene nach Nahtod-Erlebnissen oft sagen können, was zum Zeitpunkt ihres klinischen Todes an einem anderen Ort passiert ist. Und im Gegensatz zu schweren Autounfällen oder anderen Traumatisierungen nehmen Menschen den Nahtod äußerst positiv auf – so auch C.G. Jung.  Sie erhalten ein klares Bild von Gott und Religion.  

Wie auch immer: Wir werden das Rätsel nicht lösen. Denn wir befinden uns auf einem zu niedrigen Existenzniveau. Unser Leben spielt sich in einer dreidimensionalen Welt ab. Albert Einstein hat aber bewiesen, dass es zumindest noch eine vierte Dimension gibt: „die Zeit“. Sie ist ganz anders, als wir glauben. Mit Einstein gefragt: Wußten Sie, dass es Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gar nicht gibt, unser Leben wie auf einer Filmspule voraufgezeichnet ist und Zeitreisen denkbar sind?

Es scheint so. „Beschleunigt man einen Gegenstand auf Überlichtgeschwindigkeit, dann verhält er sich zeitlich rückläufig“. Das ist eine Aussage von Einsteins Relativitätstheorie. Ein Beispiel dazu: Um 20 Uhr ist Lottoziehung im Fernsehen. Ich notiere die Gewinnzahlen auf ein Blatt Papier und sende dieses mit Überlichtgeschwindigkeit an meine Tante, die in einer anderen Galaxie wohnt. Sie erhält meine Nachricht um 19 Uhr. Meine Tante erhält also meinen Brief mit den Gewinnzahlen eine Stunde bevor ich ihn geschrieben habe (denn meine Nachricht bewegt sich aufgrund der Überlichtgeschwindigkeit zeitlich rückläufig)! Sendet sie mir das Papier mit den Lottozahlen ebenso schnell zurück, dann erhalte ich dieses um 18 Uhr. Ich kenne die Gewinnzahlen zwei Stunden bevor die Lottoziehung stattfindet.

Wir können das Einmaleins rechnen und Raketen bauen. Aber die Wahrheit verstehen wir nur seelenhaft. Wie sagt das Genie Goethe: „Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen.“