Die Bevölkerungsexplosion

„Es besteht die konstante Tendenz allen beseelten Lebens, sich so weit zu vermehren, dass die verfügbare Nahrung nicht ausreicht“ (Charles Darwin).

Die Erde leidet unter der apokalyptischen Bevölkerungsexplosion. 1804 gab es eine Milliarde Menschen. 1927 waren es schon zwei Milliarden. Heute sind es bereits 7,8 Milliarden und in 50 Jahren werden es 16-32 Milliarden Menschen sein. Allein in Afrika gibt es alle 100 Tage um sieben Millionen mehr Menschen. Würde Österreich eine Million Afrikaner aufnehmen, dann gleicht das der Bevölkerungsüberschuss auf dem Schwarzen Kontinent in 14 Tagen wieder aus! In Nigeria kommen jedes Jahr mehr Kinder zur Welt als in ganz Europa. 1960 hatte Afrika 280 Millionen Einwohner. Heute sind es 1,2 Milliarden und 2050 werden es 2,5 Milliarden sein. Und in wenigen Jahren werden 5,3 Milliarden Menschen in Asien leben.

Die Folgen sind verheerend. Die Grenze der Tragfähigkeit ist längst erreicht: Leerfischen der Meere, totale Verbauung, Bodenverlust, Treibhausgase, Massentierhaltung, Müllberge, Artensterben, Plastikwahnsinn, Raubbau, industrielle Landwirtschaft mit Pestiziden, Verteilungskämpfe, Energie-, Wasser- und Nahrungsknappheit, Kriege, Anheizen des Klimawandels, Slums, Kriminalität und vor allem gigantische Migrationswellen.

Zu all dem kommt, dass das Zerstörungspotenzial des modernen Menschen zu groß geworden ist. Ein Einzelner richtet heute größeren ökologischen Schaden an, als vor 200 Jahren ein ganzes Königreich: Jeder Fluggast eines Passagierjets verbraucht bei einem zweistündigen Flug drei Badewannen voll Kerosin (Pro Jahr werden sechs Billionen Kilometer mit dem Flugzeug zurückgelegt). Man benötigt 27.000 Liter Wasser um einen Kilo Schokolade herzustellen. Oder man denke an das Auto: Es wurden bisher 2,6 Milliarden Fahrzeuge produziert. Für ein Auto braucht man Massen an Kunststoff (Armaturenbrett), Kautschuk (Reifen), Eisenerz (Stahlkarosserie), Blei (Batterie), Salzsäure und Chrom (Ledersitze), Lösungsmittel und Phosphate (Lacke) und Erdöl. Alle Bestandteile werden mit Frachtern zu Fabriken in alle Teile der Welt transportiert.

Es gibt Berechnungen, wonach die Erde maximal 200 Millionen Menschen verträgt, die so leben wie wir.

Natürlich will kein vernünftiger Mensch auf das Lebensniveau der Steinzeit zurückkehren. Niemand will mit dem Chirurgenbesteck von vor 2000 Jahren operiert werden, oder auf Antibiotika verzichten. Unsere Zukunftsfrage lautet daher, wie moderne Ökologie gelingen kann, ohne die Möglichkeiten der Zeit ausklammern.

Prof Irenäus Eibl-Eibesfeldt – der große Verhaltensforscher – hat mir zu diesem Thema einmal einen Brief geschrieben. Darin heißt es auszugsweise: „… Der Mensch hat über die längste Zeit der Geschichte mit einer einfachen steinzeitlichen Technologie keine vernichtenden Einflüsse auf seinen Lebensraum ausüben können… Das ist erst, wie Sie richtig bemerkt haben, durch das technische Zerstörungspotenzial des modernen Menschen möglich geworden… Allerdings sind wir nicht nur zu zerstörerischen Parasiten geworden, denn wir zerbrechen uns den Kopf über die Langzeitfolgen unseres modernen Wirtschaftens und wie wir ihnen begegnen. Die Wissenschaft ist dazu bereit und fähig…auch das Bewusstsein in der Bevölkerung ist da… nun müsste endlich die Politik nachziehen…“

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