Alexander Wanda Bellen?

Eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes sorgt für Kopfschütteln. Bekanntlich sind Adelsnamen oder das „von“ vor dem Nachnamen bei uns verboten. Doch ab jetzt müssen unsere Behörden auch alle Namen zwangsweise ändern, die gar nicht adelig sind, sondern nur so klingen! Werden Alexander Van der Bellen und LH Peter Kaiser nun staatlich umgetauft?

Unser Verfassungsgerichtshof sorgt international für Furore. Einem gebürtigen Schweizer wurde das Tragen seines Nachnamens: „von der Alm“ in Österreich verboten. Der Grund: Das Adelsaufhebungsgesetz. Der Mann sei zwar bürgerlicher Herkunft, und seine Vorfahren kämen tatsächlich „von der Alm“. Aber sein Nachname klinge adelig. Und das geht laut Verfassungsgerichtshof gar nicht. „Zur Aufrechterhaltung der Ordnung in der demokratischen Gesellschaft“ sei es daher notwendig gewesen, dem Schweizer mit Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft das Tragen seines Geburtsnamens zu verbieten und ihn umzutaufen. Wie der Mann nun offiziell heißt, ist nicht bekannt. Sein Nachname lautet jetzt vermutlich „der Alm“.

Gedeckt vom Verfassungsgerichtshof ändern unsere Behörden nunmehr wie wild auch fremdsprachige Namenszusätze, etwa das französische „de“. Auch das holländische „Van“ könnte in Österreich vielleicht bald verboten sein. Doch das könnte zur Staatsaffäre werden. Denn von diesem Verbot wäre niemand Geringerer betroffen als unser Herr Bundespräsident. Am Ende müsste Alexander Van der Bellen staatlich umgetauft werden, und zwar in „Alexander der Bellen“. Unser Bundespräsident könnte dieser zwangsweisen Umbenennung durch die Behörde nur entgehen, wenn er von sich aus freiwillig seinen Namen ändert. Juristisch geschickt wäre es, wenn er als zweiten Vornamen den beliebten polnischen Namen „Wanda“ wählen würde: „Alexander Wanda Bellen“, das wirkt überhaupt nicht adelig und klingt fast genau so schön wie vorher.

Schwieriger wird es allerdings mit Nachnamen wie „Kaiser“, „Herzog“ oder „Graf“. Auch diese können „den Anschein adliger Herkunft hervorrufen“. Wenn sich also im Falle des Falles LH Peter Kaiser, Andi Herzog und Martin Graf nicht freiwillig umtaufen lassen, dann müsste es die Behörde zwangsweise tun. Doch welchen neuen Nachnamen wählt der Beamte aus, um „die Ordnung in der demokratischen Gesellschaft aufrechtzuerhalten“? Werden widerspenstige Betroffene oder Pseudo-Adelige dann kurzerhand nach „Dancing Stars“ oder Politikern benannt und heißen dann etwa „Kurz“, „Kickl“, „Pilz“, „Blümel“, „Rendi Wagner“ oder „Hartinger-Klein“?

„Adel sitzt im Gemüte, nicht im Geblüte“. Der Verfassungsgerichtshof hat aus keinem Problem ein großes gemacht. Wie sagte Sir Winston Churchill: „ Wenn man Zehntausend Vorschriften erlässt, vernichtet man jede Achtung vor dem Gesetz“.

Artikel Krone Bunt

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