„BILDUNKSNOTSCHTAND““

Der Präsident der deutschen Hochschulrektoren schlägt Alarm: Die Studierfähigkeit zahlreicher Maturanten ist nicht gegeben! Studenten haben Probleme beim Lesen und Schreiben längerer Texte. Viele können sich nicht konzentrieren. In Mathematik fehlen Studienanfängern viel zu oft die Grundkenntnisse.

Prof. Peter-Andre Alt vertritt 268 Hochschulen in Deutschland. Nun schlägt er Alarm: „Es gibt gravierende Mängel, was die Studierfähigkeit zahlreicher Abiturienten angeht“. Das Desaster betrifft die Fächer Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Volks- und Betriebswirtschaftslehre. „Wir leben in der Fiktion, dass mit dem Abitur die Voraussetzungen für das Studium erfüllt sind. Die Realität zeigt: Viel zu oft stimmt das nicht“. Der rasante Verfall macht auch vor der Literaturwissenschaft nicht halt. „Es wird immer schwieriger, die jungen Menschen in den Seminaren zum Lesen zu bringen. Längere Texte zu lesen und zu schreiben falle den Studierenden schwerer“, so Alt. Die Konzentration sei bei vielen bereits ein Problem.

Dieser Befund lässt sich problemlos auch auf Österreich übertragen. Dazu muss man sich nur die katastrophalen Ergebnisse von PISA-Studie und Zentralmatura ansehen: Rund 30 % unserer 15-jährigen können nicht lesen, schreiben oder rechnen. Bei der Zentralmatura müssen die Anforderungen in Mathematik laufend abgesenkt werden, damit nicht wieder ganze Schulklassen geschlossen durchfallen. Und bis zu 50% unseres Lehrer-Nachwuchses fehlen „fundamentale Kenntnisse der deutschen Sprache“. Sie dürfen das Lehramtsstudium nur aufnehmen, wenn sie zuvor versprechen, noch rasch einen Rechtschreibkurs zu absolvieren.

Die Gründe für das Desaster liegen auf der Hand: Ideologisierte Schulpolitiker sind vom Gleichheitswahn besessen. Ihnen ist es lieber, dass „alle Kinder gleich schlecht statt unterschiedlich gut“ sind. Sie wollen über die Schule die Unterschiedlichkeit der Menschen abschaffen. Und so sieht das Ergebnis auch aus: Während es in Hongkong unter 100 Zehnjährigen 45 Mathematik-Asse gibt, sind es in Deutschland gerade einmal 5 und in Frankreich nur 2.

Und noch etwas fällt auf: Österreichs Studenten und Schüler streiken jeden Freitag nach dem Vorbild Greta Thunbergs für den Klimaschutz („Fridays for future“). Doch während die Studentenführer der 68er-Revolte noch äußerst eloquent waren, zeigen Interviews im Fernsehen, dass heutige Demonstranten ihre Forderungen kaum klar formulieren können. Es fehlt ihnen oft an Ausdrucksfähigkeit, Wissen oder Lösungen. Stattdessen haben sie ein großes Ego und Anspruchsdenken. Wohl deshalb streiken Gretas Klimaschützer auch nicht in ihren Sommerferien.

Das (auch im Unterricht) permanent eingeschaltete „Handy“ ist ein Übel. Viele Schüler lernen nicht mehr, sich intensiv und ohne Ablenkung auf eine Sache zu konzentrieren. Man kann nur hoffen, dass sie niemals Chirurgen werden.

Unsere Zukunft ist weit mehr gefährdet, als Politikern bewusst ist. Das Zeitalter der Roboter und künstlichen Intelligenz hat begonnen. Österreichs Reichtum besteht nur zu 1% aus Rohstoffen. Wir sind mehr denn je auf Erfindergeist, Tüchtigkeit und Können unserer Bürger angewiesen. US-Präsident Ronald Reagan erkannte die Bedrohung frühzeitig. Er ließ die größte Bildungsreform der USA ausarbeiten, die den bezeichnenden Titel trug: „Eine Nation in Gefahr“.

Artikel Krone Bunt

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