Das Mercosur-Abkommen

Die EU plant ein weiteres Freihandelsabkommen – diesmal mit Südamerika. Das Abkommen heißt „Mercosur“. Der Deal lautet: Die EU liefert Autos zollfrei nach Südamerika und genehmigt als Gegenleistung dafür die massenhafte Einfuhr von Billig-Fleisch nach Europa, dessen Qualität nicht kontrolliert wird. Mit einem Wort: „Deutsche Autos gegen Gammelfleisch für uns alle.“

Nach CETA steht das nächste Freihandelsabkommens vor dem Abschluss. Die EU verhandelt es mit den südamerikanischen „Mercosur- Staaten“. Das sind Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Das Mercosur-Abkommen ist schlimmer als CETA. Der Umfang der Importe ist achtmal höher. Die Mercosur-Staaten sind Agrar-Großmächte. Sie produzieren hauptsächlich billiges Rindfleisch und Geflügel in industrieller Massentierhaltung unter Verwendung von Hormonen, Antibiotika und Wachstumsförderern. Die Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsstandards dieser Länder liegen weit unter jenen der EU. Bis 2022 soll eine Regenwaldfläche von der Größe der Bundesrepublik Deutschland abgeholzt werden. Dies, um Platz für Rinder und Gen-Mais zu schaffen. Vor ein paar Monaten kam es in Brasilien zu einem gigantischen Gammelfleisch-Skandal, von dem die gesamte Fleischwirtschaft betroffen war. Mitarbeiter der staatlichen Lebensmittelbehörde wurden von Fleisch-Multis systematisch bestochen, um vergammeltes Fleisch als unbedenklich zu stempeln. „Fleisch-Panscher“ fügten Chemikalien hinzu, um Verwesungsgerüche zu verschleiern, und mixten Karton oder verwurstete Schweineköpfe als Füllmaterial in verarbeitetes Geflügelfleisch.

Die Verhandlungen der EU mit den Mercosur-Staaten sind bereits in der Endphase. Sie finden hinter verschlossenen Türen ohne parlamentarische Kontrolle statt. Bei den Gesprächen zugelassen sind nur EU-Kommissionsbeamte, Lobbyisten und Vertreter von Konzernen.

Greenpeace Niederlande wurden die geheimen Verhandlungsprotokolle zugespielt. Das Mercosur-Abkommen ist ein Skandal: Die EU will Autos und Autoteile zollfrei nach Südamerika verkaufen. Als Gegenleistung dafür genehmigt Brüssel die Einfuhr von Billig-Fleisch und gen-manipulierten Lebensmitteln, bei denen es so gut wie keine Kontrolle gibt! Der Deal lautet: „Deutsche Autos gegen Gammelfleisch für uns alle.“ Profit der Konzerne auf Kosten von Verbrauchern, Umwelt und Tieren! Gebe es Kostenwahrheit und würde man in die Fleischpreise alles einrechnen, was ökologisch an Schäden angerichtet wird, dann müsste Billig-Fleisch das 10-Fache kosten.

Wir sind der Meinung, dass das Mercosur-Abkommen der falsche Weg ist.

Die ÖVP-FPÖ-Regierung hat sich im Regierungsabkommen klar für Freihandelsabkommen ausgesprochen. Sie unterschreibt CETA ohne Wenn und Aber, obwohl unser Parlament Teile des CETA-Abkommens und Konzern-Schiedsgerichte noch verhindern könnte. Auf diese Regierung können wir uns im Kampf gegen das Mercosur-Abkommen nicht verlassen. Deshalb startet die KRONE in den nächsten Wochen eine Aufklärungskampagne. Nicht gegen freien Handel und freie Märkte. Sondern für freie Menschen, Gesundheit, Umwelt- und Tierschutz.

Artikel Krone Bunt

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