„Mord an unserer Natur“

Die Bewertung durch die EU-Umweltagentur ist erschütternd. 80% der in Österreich geschützten Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume sind in „keinem guten Zustand“! Kein Wunder: Jeden Tag wird in Österreich eine Fläche von 20 Fußballfeldern verbaut! Wenn der parasitäre Flächenfraß so weiterläuft, ist unser Land im Jahr 2050 vollständig zubetoniert!

Grüne Regierungsbeteiligung und „grüner“ Bundespräsident sind offenbar Schall und Rauch. Denn die EU-Umweltagentur bewertet alle fünf Jahre den Zustand von Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume im Ländervergleich. Der diesjährige Bericht ist für Österreich vernichtend: 83 % der bewerteten Tier- und Pflanzenarten sind in „mangelhaftem“ bis „schlechtem Zustand“! Österreich belegt den vorletzten Platz von 28 untersuchten Ländern. Auch rund 80 % der bewerteten Lebensräume sind in „keinem guten Zustand“!

Die hemmungslose Verbauung ist eine der Hauptursachen. Österreich ist Europameister des Bauwahnsinns!

Jedes Jahr verschwindet eine Fläche so groß wie die Stadt Salzburg unter Beton oder Asphalt. Jeden Tag müssen Wälder, Wiesen und Äcker in der Größe von 20 Fußballfeldern dem Bau von Straßen, Parkplätzen, Gewerbezentren und Siedlungen weichen. Auf Österreichs fruchtbarsten Böden entstehen scheußliche Speckgürtel und künstliche Städte, obwohl die Fläche leerstehender Gebäude bereits größer ist als ganz Wien.

Die Gier nach Bauland ist völlig ungehemmt. Wir haben die größte Supermarktfläche pro Kopf in Europa! Wir haben eines der dichtesten Verkehrsnetze! Zum Vergleich: In Österreich erreicht die Straßenlänge den internationalen Spitzenwert von 15 Metern pro Kopf. In Deutschland sind es gerade einmal 8 Meter. Wenn der parasitäre Flächenfraß so weitergeht, ist Österreich 2050 vollständig zugepflastert!

70% der Tiere und Pflanzen sind seit 1986 verschwunden! Wir können uns selbst nicht mehr mit Nahrung versorgen. Es kommt zu Überschwemmung, Hochwasser und Hitzeanstieg, denn die versiegelten Böden nehmen weder Wasser noch Staub auf. Die zerschnittenen Landschaften werden für Touristen immer unattraktiver.

Hinzu kommen veraltete Gesetze wie der „Bundes-Finanzausgleich“. Dessen falsches Prinzip lautet: „Je mehr Einwohner, desto mehr Geld erhält die Gemeinde vom Bund.“

Die Antwort der grünen Ministerin Gewessler auf den Bericht der EU-Umweltagentur klingt originell: Es soll 2021 ein „Diversitäts-Fonds“ eingerichtet werden, der zunächst mit fünf Millionen Euro gefüllt wird.

Wie bitte, Frau Gewessler? Das ist wohl ein Scherz. Wir brauchen einen nationalen Aktionsplan zum Schutz unseres Bodens, der lauten muss:

  • Absolutes Bauverbot in Naturräumen und auf landwirtschaftlichen Flächen;
  • Den Gemeinden wird die Raumordnung entzogen. Bürgermeister sind nicht mehr Baubehörde, sondern Bundesgerichte. Es gibt eine nationale Raumordnungsstelle für ganz Österreich;
  • Alle Siedlungsgrenzen werden österreichweit verbindlich festgelegt;
  • Veto-Recht der Bürger bei Umwidmungen und Großprojekten;
  • Förderung der Nutzung leerstehender Objekte;

Es ist bereits fünf nach zwölf – oder, um es ein wenig abgewandelt mit den Worten Nestroys zu sagen: „Wir hören schon das Gras wachsen, in welches wir beißen werden.“

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