Weltspartag 2021

Am 31.10. findet die alljährliche Verhöhnung der Sparer statt: der „Weltspartag“.

Vor einigem Jahren haben eine Handvoll Banker der Europäischen Zentralbank (EZB) – in geheimer Sitzung und ohne parlamentarische Kontrolle – die Zinsen abschafft. So etwas hatte man bis dahin eigentlich für unmöglich gehalten.

Diese „Null-Zins-Politik“ der EZB hat allein in Deutschland mehr als 730 Milliarden Euro an Sparvermögen vernichtet. Für Österreich fehlen Studien, aber bei uns sieht es im Verhältnis nicht anders aus.

Hinter der eiskalten Enteignung der Sparer steckt ein Plan. Man will auf unsere Kosten die Euro-Krisenländer finanzieren: Italien, Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien und Irland haben Auslandschulden von Billionen Euro. In diesen Ländern führt jeder Prozentsatz weniger Zinsen zu einem Wohlstandsgewinn. Bei uns hingegen führt das zu einem Wohlstandsverlust: zur Vernichtung von Sparvermögen und Altersvorsorgen in zig-Milliarden-Euro-Höhe. Getreu dem Motto: „Unser Geld ist nicht weg, es haben jetzt nur andere.“ Wir haften im Ergebnis für fremde Korruption, Schulden und Missstände. Dabei sehen die EU-Verträge vor, dass kein Land für die Schulden eines anderen aufkommen soll.

Mehr noch: „Wer Geld auf dem Konto hat, wird ab jetzt bestraft“. Seit einigen Monaten verrechnen immer mehr Banken ihren Kunden Strafzinsen. Das hat folgenden Hintergrund: Die EZB hat ihre Gangart verschärft. Ihre „Null-Zins-Politik“ wurde zur „Straf-Zins-Politik“. Die EZB verrechnet den Banken Strafzinsen und die Banken geben diese Strafzinsen an uns Kunden weiter.

Damit geht der neueste EZB-Plan auf: Sparen soll abgeschafft werden. Man will uns zum Konsum zwingen. Es sollen in Zukunft so hohe Strafzinsen eingehoben werden, dass die Bürger ihr Geld lieber ausgeben, anstatt es am Konto wegschmelzen zu lassen. Aus dem Sparer soll ein Konsumtrottel werden, der das globale Schuldenkarussell am Laufen hält.

Unsere Zukunft in schleichender Verarmung scheint einzementiert: Denn seit dem Brexit spielt sich Frankreich als EU-Führungsmacht auf. Tatsächlich aber ist die „Grande Nation“ ein Krisenstaat. Präsident Macron musste mehrfach den „sozialen und wirtschaftlichen Notstand“ ausrufen. Frankreich sollte lieber in einem Atemzug mit Griechenland, Portugal oder Spanien genannt werden anstatt sich als EU-Führungsmacht aufzuspielen. Dennoch konnte Macron die Französin Lagardeals neue Chefin der EZB durchsetzen. Sie wird wohl sicherstellen, dass es weiter zu lockerer Geldpolitik, Schulden und Umverteilung hin zu Krisenländern kommt.

Die Lehre für den 31.10. lautet: Man sollte die Euro-Zone in „Club Méditerranée“ und den Weltspartag in „Schuldenunionstag“ umbenennen. Wie heißt es noch: „Es gibt viele Wege, arm zu werden.“ Und Sparen ist neuerdings einer davon. Schönen Weltspartag!