Das Binnen-I: Ein österreichischer Missstand!

Die Volksanwaltschaft hat die Verwendung des „Binnen-I“ in Schulen auf die Liste der Missstände 2017 gesetzt. Unser Bildungsministerium und seine Berufs-Anti-Sexisten sehen aber trotzdem keinen Handlungsbedarf. 

Das politisch-korrekte Binnen-I macht aus Studenten „Studentlnnen“, aus Bäckermeistern „BäckerInnenmeisterInnen“ und aus Patientenanwälten „PatientInnenanwalt/wältInnen“.

Wer diese Schreibweise an Schulen und Pädagogischen Hochschulen (PÄDAK) nicht verwendet, bekommt eine schlechtere Note. Das ist die Vorgabe des Bildungsministeriums.

Ein Lehreranwärter an der PÄDAK (Pardon: Ein/e LehrerInnenanwärterIn) sollte Michael Häupl besser als „WienerInnen BürgerInnenmeisterIn“ und Christian Kern als „KanzlerInnenkandidatIn“ bezeichnen, sonst droht eine negative Beurteilung der Arbeit. Damit alles geschlechtsneutral ist, sind sogar Sätze mit „man“ verboten. Und das, obwohl das Wort „man“ mit einem „Mann“ gar nichts zu tun hat („dämlich“ kommt ja auch nicht von „Dame“).

Österreich ist übrigens das einzige Land in Europa, in dem das Bildungsministerium Gendern in Schulbüchern zur Pflicht gemacht hat. Sogar im Deutschlehrbuch für die Kleinen finden sich unlesbare Sätze wie: „Eine/r ist Zuhörer/in, der/die andere ist Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen“. Dabei ist ja nicht automatisch von einem Mann die Rede, nur weil ein „der“ vor dem Subjekt steht: „Der Busenstar“ ist eine Frau und „die Tunte“ ein waschechter Kerl.

Die Volksanwaltschaft will diesem Spuk nun ein Ende setzen. Sie hat „die Verwendung des Binnen-I und ähnlicher Formen als Beurteilungskriterium bei Arbeiten an Schulen und Pädagogischen Hochschulen“ auf die Liste der Missstände 2017 gesetzt. Denn die Amtssprache in Österreich ist Deutsch. Niemand darf eine schlechte Schulnote bekommen, nur weil er nicht die Gender-Fantasiewörter aus dem Bildungsministerium verwendet hat. Die Bildungsministerin und ihre Berufs-Anti-Sexisten haben weder das Recht noch die Qualifikation, in die Sprache der Dichter und Denker einzugreifen und diese zu verändern. Präzise Texte werden plötzlich unlesbar, verstümmelt und dümmlich. Oder, wie eine Studentin im Internet postete: „Super! Vor lauter Binnen-I und sonstigem Formalschwachsinn wird das ganze so unleserlich, dass keiner mehr auf den Inhalt meiner Arbeit achtet.“

Das Bildungsministerium weigert sich beharrlich, den von der Volksanwaltschaft erklärten Missstand zu beheben. Das sollten wir uns nicht länger bieten lassen und die nächste Regierung in die Pflicht nehmen. Wie schrieb Claudia Wirz in der renommierten Neuen Zürcher Zeitung: „Die Sprache gehört nicht dem Staat, sie gehört allen. Etwas mehr ziviler Ungehorsam gegenüber den gröbsten Auswüchsen des amtlichen Tugenddiktats könnte nicht schaden. Das kann man von den Feministinnen der ersten Stunde lernen.“

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