Freiheit, die ich meine

Henry Kissinger schrieb im Wall Street Journal unheilvoll: „Das Coronavirus wird für immer die Welt verändern.“ Wir sollten mit Goethe darauf antworten: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ Ein Plädoyer für die Freiheit.

C.S. Lewis – Professor in Cambridge und Autor des Weltbestsellers „Die Chroniken von Narnia“ – schrieb 1942:

 Satan: „Ich werde Angst, Furcht und Panik verursachen. Ich werde Geschäfte, Schulen, Gottesdienste und Sportveranstaltungen schließen. Ich werde wirtschaftliche Turbulenzen verursachen.“

Jesus: „Ich werde Nachbarn zusammenbringen, die Familieneinheit wiederherstellen, ich werde das Abendessen zurück an den Küchentisch bringen. Ich werde den Menschen helfen, ihr Leben zu verlangsamen und zu schätzen, was wirklich wichtig ist. Ich werde meinen Kindern beibringen, sich auf mich und nicht auf die Welt zu verlassen. Ich werde meinen Kindern beibringen, mir zu vertrauen und nicht ihrem Geld und ihren materiellen Ressourcen.“

Es ist in der Politik die Rede davon, dass unsere Welt nach Corona nicht mehr dieselbe sein wird. Das stimmt so nicht: Nach Abklingen der Pandemie werden die Menschen ihr Leben im Wesentlichen so leben wie zuvor. Sie werden wieder arbeiten, reisen und essen gehen – ohne Einschränkung, sofern man sie lässt. Denn die Bedrohung für unsere Gesellschaft liegt weniger in der medizinischen Gefährlichkeit von Corona. Die wahre Bedrohung liegt darin, dass das Virus der Politik als willkommener Vorwand dient, um unsere Grund- und Freiheitsrechte einzuschränken. Politiker, die schon lange nicht mehr wissen, wie sie der Probleme Herr werden und das Schuldenkarussell finanzieren sollen, haben jetzt die „Corona-Ausrede“: Sie können Massensteuern, Bargeldabschaffung, Goldhalteverbote, staatliche Zwangshypotheken auf Eigenheime, Überwachung und totale Kontrolle durchsetzen – ohne Proteste verängstigter Wähler fürchten zu müssen.

Das trifft auch auf europäischer Ebene zu: Seit 2008 gab es sechs Bankenrettungspakete (zuletzt 2019). Griechenland, Spanien, Portugal und Italien haben – auch ohne Corona – die schlechtesten volkswirtschaftlichen Daten, seit es Aufzeichnungen gibt. Frankreich musste schon vor Monaten den „sozialen und wirtschaftlichen Notstand“ ausrufen. Finanz-Eliten um den Internationalen Währungsfonds (IWF) fordern seit Jahren Bargeldabschaffung, Konsumzwang und Massenenteignung in der Euro-Zone. Die Forderung nach „Euro-Bonds“ (nunmehr: „Corona-Bonds“) ist ebenfalls nicht neu.

Neu ist, dass zu viele Menschen bereit sein werden, all das – Enteignung und Obrigkeitsstaat – zu akzeptieren; aus Angst vor dem Virus, oder weil sie glauben, ohne eigene Lebensleistung ein Recht auf Bequemlichkeit zu haben (falsches Anspruchsdenken).

Was wir aus der Krise lernen sollten, ist, dass Freiheit immer neu erkämpft werden muss. Das ist die historische Normalität. Auch für vorangegangene Generationen war das Leben keine ausgemachte Sache. Es war ein Ringen mit dem Schicksal und den Feinden der Freiheit.

Das Genie Goethe wurde einmal gefragt, welche Regierung die beste sei. Er antwortete: „Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren“.

 

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