„Nicht genügend für die Bundesregierung“

Der aktuelle Bodenreport des WWF ist erschütternd: In Österreich werden pro Minute 100 Quadratmeter Boden verbaut! Nur mehr 7% der Landesfläche ist als „sehr naturnah“ einzustufen. Der verantwortungslose Flächenfraß muss sofort gestoppt werden!

Der WWF Österreich spricht im Bodenreport Klartext über den Bauwahnsinn: 2019 wurden landesweit rund 4.800 Hektar verbaut oder versiegelt. Das sind fast 100 Quadratmeter pro Minute oder 20 Fußballfelder pro Tag! Nur mehr rund sieben Prozent von Österreichs Landesfläche sind als „sehr naturnah“ einzustufen! „Der hohe Bodenverbrauch ist eines der dringlichsten Umweltprobleme unserer Zeit“. 

Und tatsächlich: Wenn der parasitäre Flächenfraß so weiterläuft, ist Österreich in 25-30 Jahren vollständig zubetoniert!

Die Gier nach Bauland ist völlig ungehemmt: Österreich bleibt „Europameister des Bauwahnsinns“ – mit seinen umstrittenen Umwidmungen und Einzelgenehmigungen, seinen „Dorfkaisern“, machtlosen Bürgerinitiativen und zahnlosen Nachbarrechten. Unser kleines Land hat die größte Supermarktfläche pro Kopf in Europa und eines der dichtesten Verkehrsnetze! 70% der Tiere und Pflanzen sind seit 1986 verschwunden! Die Versorgung mit heimischen Nahrungsmitteln ist kaum gewährleistet.

Der WWF hat alle 22 Punkte im türkis-grünen Regierungsprogramm untersucht, die Relevanz für den Bodenschutz haben. Das Ergebnis ist erschütternd: Laut Ampel-System stehen 18 von 22 Punkten auf Rot und vier auf Gelb. „Mehr als ein Jahr nach der Angelobung der Bundesregierung steht die Ampel bei keiner Maßnahme auf grün“, so der WWF Österreich. Und das bei Regierungsbeteiligung der Grünen samt „grünem“ Bundespräsidenten!

„WWF-Bodenschutzbarometer auf Rot: Nicht genügend für die Bundesregierung“, heißt es auf der Webseite wwf.at.

Erst wenige Wochen zuvor stellte auch die EU-Umweltagentur Österreich ein vernichtendes Zeugnis aus: 83 % der geschützten Tier- und Pflanzenarten sind in „mangelhaftem bis schlechtem Zustand“! Österreich belegt den vorletzten Platz von 28 untersuchten Ländern. Die hemmungslose Verbauung ist eine der Hauptursachen.

Die Bürger haben längst Problembewusstsein entwickelt. Laut „market“-Umfrage nehmen 75% aller Befragten „deutlich zu viel Neuverbauung in der unmittelbaren Wohnumgebung“ wahr. 76 Prozent kritisieren, dass die Politik zu wenig gegen den Flächenfraß unternimmt. 86 Prozent der Befragten verlangen strengere Gesetze und Maßnahmen gegen die Verbauung der Landschaft.

Österreich braucht einen nationalen Aktionsplan zum Schutz seines Bodens! Die Forderungen sind bekannt und lauten:

  • Absolutes Bauverbot in Naturräumen und auf landwirtschaftlichen Flächen.
  • Alle Siedlungsgrenzen werden österreichweit verbindlich festgelegt.
  • Den Gemeinden wird die Raumordnung entzogen. Bürgermeister sind nicht mehr Baubehörde, sondern Bundesgerichte. Es gibt eine nationale Raumordnungsstelle für ganz Österreich.
  • Veto-Recht der Bürger bei Umwidmungen und Großprojekten.

Es ist fünf nach Zwölf. Wie sagte Albert Einstein: „Die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu lassen, und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert“.

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